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KfW Klimabonus 2026: Wer bekommt bis zu 70% Förderung?

Ab Juli 2026 gibt es bis zu 70% KfW-Förderung für neue Heizungen. Klimabonus +20%, Einkommensbonus +30% – wer profitiert und wie du den Antrag stellst.


KfW Klimabonus 2026: Wer bekommt bis zu 70% Förderung?

Der KfW Klimabonus 2026 macht den Heizungstausch für viele Eigentümer deutlich attraktiver: Wer seine alte Öl- oder Gasheizung durch ein erneuerbares System ersetzt, kann ab sofort bis zu 70% der Investitionskosten zurückbekommen — wenn Einkommen und Gebäudezustand stimmen. Mein Vater ist Installateur und ich höre seit Monaten, wie viele seiner Kunden noch zögern, weil sie die Förderstruktur nicht durchblicken. Dieser Artikel schlüsselt auf, wer welchen Bonus bekommt, welche Heizungen gefördert werden und wie der Antrag abläuft.

Was ist der KfW Klimabonus — und warum gilt er ab Juli 2026?

Ab dem 1. Juli 2026 greift die Pflicht: Neue Heizungsanlagen müssen zu mindestens 65% auf erneuerbaren Energien laufen. Reine Gasheizungen ohne Hybridlösung scheiden damit als Neubauoption weitgehend aus. Die Bundesregierung flankiert diese Pflicht mit einem erweiterten Förderprogramm über die KfW.

Der Klimabonus ist ein zusätzlicher Förderbonus von 20 Prozentpunkten, der gezahlt wird, wenn du eine besonders klimafreundliche Heizung einbaust — also vor allem eine Wärmepumpe oder eine Pelletheizung. Er ergänzt die seit 2024 bestehende Grundförderung von 30% im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Abwicklung läuft komplett über die KfW-Heizungsförderung (Programm 458).

Wichtig: Die Förderung ist ein Zuschuss, kein Kredit. Du bekommst Geld zurück — du musst es nicht tilgen.

Förderübersicht 2026: Wer bekommt wie viel?

Die Förderung setzt sich aus bis zu drei Bausteinen zusammen. In der Praxis können diese gestapelt werden:

FörderkomponenteHöheBedingung
Grundförderung30%Heizung läuft zu mind. 65% erneuerbar
Klimabonus+20%Besonders effiziente Technologie (Wärmepumpe, Pellets)
Einkommensbonus+30%Haushaltseinkommen unter 40.000 € / Jahr (selbstnutzend)
Maximal gesamt70%Alle drei Boni kombiniert

Förderfähige Höchstkosten: 30.000 Euro pro Wohneinheit für selbst genutztes Eigentum. Das bedeutet: Bei 70% Förderung und 30.000 Euro förderfähigen Kosten ergibt sich ein maximaler Zuschuss von 21.000 Euro.

Für Vermieter und Mehrfamilienhäuser gelten leicht abweichende Obergrenzen — aber auch hier ist der Klimabonus grundsätzlich abrufbar.

Wer bekommt welchen Bonus?

Grundförderung (30%)

Jeder Eigentümer eines bestehenden Gebäudes kann die Grundförderung beantragen — egal ob selbst genutzt oder vermietet, egal ob Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus. Voraussetzung: Das Gebäude besteht seit mindestens fünf Jahren, und die neue Heizung erfüllt die 65%-Erneuerbar-Anforderung.

Klimabonus (+20%)

Der Klimabonus wird auf die Grundförderung aufgeschlagen, wenn du eine Wärmepumpe oder Biomasse-Heizung (Pellets, Hackschnitzel, Scheitholz) einbaust — also Technologien, die besonders wenig CO₂ erzeugen. Wichtig: Hybridheizungen (z.B. Wärmepumpe + Gas-Backup) können ebenfalls förderfähig sein, aber der Klimabonus hängt davon ab, welchen Anteil die erneuerbare Komponente trägt.

Einkommensbonus (+30%)

Den höchsten Zuschlag gibt es für selbst nutzende Eigentümer mit geringem Haushaltseinkommen. Konkret: Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf 40.000 Euro pro Jahr nicht übersteigen. Dieser Bonus gilt nur für die selbst genutzte Wohneinheit — Vermieter sind ausgeschlossen.

Den Nachweis über das Einkommen erbringst du im Nachhinein: Du reichst nach der Bewilligung einen Einkommensnachweis (Steuerbescheid) bei der KfW ein. Bis dahin läuft die Förderung zunächst ohne den Bonus; nach Einreichung wird er nachgezahlt.

Welche Heizungen werden 2026 gefördert?

Nicht jede Heizung ist förderfähig. Die folgende Tabelle zeigt, welche Systeme in Frage kommen und welche Förderbausteine jeweils möglich sind:

HeizsystemGrundförderungKlimabonusEinkommensbonus
Wärmepumpe (Luft, Erde, Wasser)JaJaJa
Pelletheizung / BiomasseJaJaJa
Wärmenetz-AnschlussJaJa (wenn EE-basiert)Ja
Hybridheizung (WP + Gas)JaTeilweiseJa
Solarthermie (Kombination)JaNein (eigenständig)Ja
Neue reine GasheizungNeinNeinNein
ÖlheizungNeinNeinNein

Reine Gasheizungen ohne erneuerbaren Anteil fallen komplett aus der Förderung heraus. Wer 2026 noch eine neue Gasheizung einbauen möchte, zahlt also den vollen Preis — und muss die Anlage je nach Bundesland möglicherweise nachrüsten, wenn die lokale Wärmeplanung vorliegt.

Mehr zu den Kosten einer Wärmepumpe im Vergleich findest du in meinem Artikel zu den Wärmepumpe Kosten.

Schritt-für-Schritt: So beantragst du die KfW-Förderung

Der häufigste Fehler, den ich aus Gesprächen mit Handwerkern kenne: Hauseigentümer beauftragen den Betrieb, bevor sie den Antrag stellen — und verlieren damit den Anspruch. Der Ablauf muss zwingend in dieser Reihenfolge erfolgen:

1. Energieberater einschalten (empfohlen, teilweise Pflicht)

Für die meisten BEG-Maßnahmen brauchst du einen zugelassenen Energieberater (iSFP oder individueller Sanierungsfahrplan). Er bestätigt, dass die geplante Maßnahme förderfähig ist. Energieberater sind selbst über das BAFA förderfähig — BAFA Energieberatung Wohngebäude.

2. Antrag bei der KfW stellen — VOR dem Auftrag

Der Antrag läuft digital über das KfW-Zuschussportal. Du oder dein Energieberater legt die Maßnahme an, gibt die geplanten Kosten ein und reicht den Antrag ein. Erst nach der Bestätigung durch die KfW darfst du den Handwerker verbindlich beauftragen.

3. Handwerker beauftragen und Anlage einbauen

Jetzt gilt der normale Ablauf: Angebote einholen, Auftrag erteilen, Einbau koordinieren. Der Handwerker muss ein zertifiziertes Fachbetrieb sein — bei Wärmepumpen beispielsweise mit entsprechender Kältemittel-Zulassung.

4. Verwendungsnachweis einreichen

Nach Abschluss der Maßnahme lädst du Rechnung, Fachunternehmerbestätigung und ggf. Energieberaterrechnung im KfW-Portal hoch. Die KfW prüft und zahlt den Zuschuss direkt auf dein Konto.

5. Einkommensnachweis nachreichen (nur für Einkommensbonus)

Falls du den Einkommensbonus beantragst, schickst du nach der Auszahlung der Grundförderung deinen Steuerbescheid ein. Der Bonus wird dann separat nachgezahlt.

Den gesamten Prozess — von der Antragstellung bis zur Auszahlung — erkläre ich ausführlicher in meinem Artikel zu KfW und BAFA Förderung beantragen.

Typische Stolperfallen beim Antrag

Aus Erfahrung meines Vaters gibt es drei Fehler, die immer wieder vorkommen:

Fazit

Die KfW Heizungsförderung 2026 ist mit bis zu 70% Zuschuss eine der attraktivsten staatlichen Förderungen, die es für Eigenheimbesitzer derzeit gibt. Wer jetzt handelt, spart nicht nur bei den Heizkosten, sondern sichert sich auch den Klimabonus — bevor mögliche Programmänderungen greifen. Der entscheidende Punkt: Den KfW-Antrag immer zuerst stellen, bevor du irgendeinen Handwerker beauftragst.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der KfW Klimabonus 2026?
Der Klimabonus beträgt 20% zusätzlich zur Grundförderung. Zusammen mit dem Einkommensbonus von bis zu 30% können Eigentümer mit niedrigem Einkommen auf bis zu 70% Förderung kommen.
Wer bekommt den Einkommensbonus bei der Heizungsförderung?
Den Einkommensbonus von 30% erhalten selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro pro Jahr.
Muss ich den KfW-Antrag vor dem Einbau stellen?
Ja. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden – also bevor du einen Handwerker beauftragst. Nachträgliche Anträge werden nicht akzeptiert.
Welche Heizungen werden 2026 noch gefördert?
Gefördert werden Wärmepumpen, Biomasse-Heizungen (Pellet, Holz), Wärmenetze und Hybridheizungen, die zu mindestens 65% auf erneuerbaren Energien laufen.