Pelletheizung oder Wärmepumpe: Was lohnt sich wirklich?
Pelletheizung oder Wärmepumpe – der ehrliche Vergleich: Kosten, Förderung, Platzbedarf und für welches Haus welche Heizung wirklich passt.
Energie Die alte Ölheizung muss raus, und plötzlich stehen zwei völlig unterschiedliche Technologien zur Wahl: Holz verbrennen oder Umgebungswärme aus der Luft ziehen. Beide gelten als klimafreundlich, beide werden vom Staat gefördert – aber sie passen zu sehr unterschiedlichen Häusern.
Was kostet welche Heizung in der Anschaffung?
Beide liegen in einer ähnlichen Größenordnung, mit leicht unterschiedlichen Bandbreiten:
| Pelletheizung | Wärmepumpe (Luft-Wasser) | |
|---|---|---|
| Anschaffung + Einbau | 15.000 – 27.500 € | 15.000 – 25.000 € |
| Betriebskosten/Jahr | 1.500 – 1.800 € | 800 – 1.800 € |
| Lebenserwartung | 20–25 Jahre | 15–20 Jahre |
Die Wärmepumpe ist im Betrieb tendenziell günstiger, besonders in gut gedämmten Häusern oder mit eigener Photovoltaik. Die Pelletheizung punktet dafür oft bei der Anschaffung, wenn keine große Umbaumaßnahme an der Heizungsverteilung nötig ist.
Bekommt man für beide dieselbe Förderung?
Ja – ein Punkt, den viele Vergleichsseiten unterschlagen. Beide Heizungen gelten als erneuerbare Wärmeerzeuger im Sinne des GEG und bekommen identische BEG-Fördersätze: 30 % Grundförderung, plus bis zu 16 % Klima-Geschwindigkeitsbonus beim Ersatz einer alten fossilen Heizung, plus gestaffelter Einkommensbonus. Der Unterschied zwischen den beiden Technologien liegt also nicht in der Förderquote, sondern darin, von welchem Ausgangsbetrag diese Prozente berechnet werden – und der ist bei der Pelletheizung im Schnitt etwas höher.
Beispielrechnung: Heizungstausch im Altbau
Pelletheizung: 22.000 € – Förderung 46 % (Grund + Geschwindigkeit) = 11.880 € Wärmepumpe: 20.000 € – Förderung 46 % = 10.800 €
Der Unterschied von rund 1.000 € kommt fast ausschließlich aus der höheren Ausgangssumme der Pelletheizung, nicht aus einer schlechteren Förderung.
Welches Haus passt zu welcher Heizung?
Hier entscheidet sich die Wahl meistens, nicht beim Preis. Eine Wärmepumpe erreicht ihre beste Effizienz bei niedrigen Vorlauftemperaturen – also in gut gedämmten Neubauten oder sanierten Altbauten, idealerweise mit Flächenheizung. Eine Pelletheizung liefert dagegen problemlos hohe Vorlauftemperaturen, wie sie alte Heizkörper in ungedämmten Altbauten brauchen, ohne dass die Effizienz spürbar einbricht.
Wer noch unsicher ist, wie viel eine Wärmepumpe für das eigene Haus realistisch kosten würde, findet dort eine ausführlichere Kalkulation nach Wärmepumpen-Typ.
Der Unterschied, den die meisten vergessen: Platz und Pflicht-Termine
Eine Pelletheizung braucht ein Lager für den Jahresvorrat – meist 6–7 m³, üblicherweise im Keller oder einer Garagen-Ecke. Eine Wärmepumpe braucht nur eine Aufstellfläche für das Außengerät, dafür aber Mindestabstand zum Nachbargrundstück wegen der Betriebsgeräusche.
Und weil die Pelletheizung Holz verbrennt, bleibt sie eine Feuerstätte im Sinne der Kehr- und Überprüfungsordnung – der jährliche Schornsteinfeger-Termin fällt weiterhin an. Eine Wärmepumpe hat keinen Abgasweg und braucht deshalb in aller Regel keinen Schornsteinfeger mehr für die Heizung selbst.
Was NICHT funktioniert
- Eine Wärmepumpe in einen komplett ungedämmten Altbau ohne Anpassung einbauen – die Effizienz bricht ein, die Stromkosten schießen hoch
- Eine Pelletheizung ohne Platz für ein ordentliches Lager planen – Nachbeutel im Freien sind eine Notlösung, kein Dauerzustand
- Nur nach dem Anschaffungspreis entscheiden – die Betriebskosten über 15–20 Jahre wiegen den Anschaffungsunterschied meist mehrfach auf
Fazit
Beide Heizungen sind klimafreundlich, beide werden gleich hoch gefördert – die Entscheidung fällt über den Zustand deines Hauses, nicht über den Preis. Gut gedämmt und mit Flächenheizung: Wärmepumpe. Schlecht gedämmter Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen und Platz für ein Lager: Pelletheizung. Wer unsicher ist, lässt sich vor der Entscheidung von einem unabhängigen Energieberater beraten – Adressen dazu vermittelt die Verbraucherzentrale.
Häufige Fragen
- Bekommt man für eine Pelletheizung weniger Förderung als für eine Wärmepumpe?
- Nein – beide gelten als erneuerbare Heizung im Sinne des GEG und bekommen dieselben BEG-Fördersätze: 30 % Grundförderung, plus bis zu 16 % Klima-Geschwindigkeitsbonus und gestaffeltem Einkommensbonus. Der Unterschied liegt nicht in der Förderquote, sondern in den absoluten Kosten, von denen die Prozente berechnet werden.
- Braucht eine Pelletheizung einen Schornsteinfeger, eine Wärmepumpe nicht?
- Richtig. Eine Pelletheizung verbrennt Holz – damit gilt die Kehr- und Überprüfungspflicht wie bei jeder anderen Feuerstätte weiter. Eine Wärmepumpe hat keinen Abgasweg und braucht dafür in der Regel keinen Schornsteinfeger mehr.
- Welche Heizung eignet sich besser für einen ungedämmten Altbau?
- Tendenziell die Pelletheizung. Sie liefert problemlos hohe Vorlauftemperaturen für alte Heizkörper, während eine Wärmepumpe ihre beste Effizienz erst bei niedrigen Vorlauftemperaturen erreicht – also in gut gedämmten Häusern oder mit Flächenheizung.
- Wie viel Platz braucht eine Pelletheizung im Vergleich zur Wärmepumpe?
- Deutlich mehr. Für den Jahresvorrat an Pellets brauchst du ein Lager von 6–7 m³, meist im Keller oder in der Garage. Eine Wärmepumpe braucht nur eine Aufstellfläche außen oder innen für das Außen- bzw. Innengerät, dafür aber Abstand zum Nachbargrundstück wegen der Betriebsgeräusche.
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