← Alle Ratgeber

Neue Fenster kosten: Preise mit Einbau & Förderung 2026

Was kosten neue Fenster inklusive Einbau? Preise nach Material und Verglasung, aktuelle Förderung – und die Vorschrift, die viele beim Tausch übersehen.

Neue Fenster kosten: Preise mit Einbau & Förderung 2026 Kosten

Der Blick durchs alte Fenster ist im Winter ein Blick durch beschlagenes Glas, und an der Fensterbank zieht es spürbar. Neue Fenster stehen an – die Frage ist nur, was das wirklich kostet und worauf du achten musst, bevor du unterschreibst.

Was kosten neue Fenster mit Einbau?

Für ein Standardfenster (ca. 1,2 × 1,2 m, 2-fach verglast) inklusive Einbau zahlst du meist zwischen 400 und 900 € – der Preis hängt vor allem vom Material ab.

MaterialPreis pro Fenster (inkl. Einbau)
Kunststoff400 – 700 €
Holz600 – 1.100 €
Aluminium700 – 1.200 €
Holz-Aluminium900 – 1.500 €

Für ein Einfamilienhaus mit 12 Fenstern liegst du bei Kunststofffenstern also grob bei 5.000–8.000 €, bei Holz-Alu schnell bei 11.000–18.000 €. Der reine Einbau (Ausbau alt, Einbau neu, Anschluss, Entsorgung) macht davon meist 100–250 € pro Fenster aus – Material und Fenstergröße bestimmen den Rest.

Beispielrechnung: 12 Fenster, Kunststoff

Material + Einbau: 12 × 550 € = 6.600 € Förderung 15 % (Einzelmaßnahme Gebäudehülle): − 990 € Du zahlst: 5.610 €

2-fach oder 3-fach Verglasung: Lohnt sich der Aufpreis?

Für einen Neubau oder eine energetische Sanierung lohnt sich 3-fach fast immer, bei einer reinen Optik-Modernisierung im gut sanierten Altbau reicht oft 2-fach. Der Aufpreis für 3-fach-Verglasung liegt bei 15–25 % gegenüber 2-fach – der Wärmeschutz ist aber messbar besser: 3-fach-Fenster kommen typischerweise auf einen U-Wert von 0,8–1,0 W/(m²K), 2-fach-Fenster auf 1,1–1,3 W/(m²K). Das mag nach Zahlenspielerei klingen, entscheidet aber oft, ob du überhaupt die gesetzliche Grenze einhältst – dazu gleich mehr.

Die Vorschrift, die viele beim Fenstertausch übersehen

Was in kaum einer Kostenübersicht steht: Wer Fenster austauscht, muss laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) einen maximalen U-Wert von 1,3 W/(m²K) einhalten – unabhängig davon, ob gleichzeitig auch gedämmt wird oder nicht. Das gilt auch dann, wenn du “nur mal eben die alten Fenster gegen neue” tauschen willst, ohne große Sanierung im Kopf zu haben. Ein Angebot ohne ausgewiesenen U-Wert ist deshalb unvollständig – frag aktiv danach, bevor du unterschreibst.

Fenster-Förderung 2026: Was gibt’s vom Staat?

Der Fenstertausch zählt als energetische Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle und ist über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig – 15 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) oft bis zu 20 %. Das ist ein anderer Fördertopf als der Heizungstausch mit seinen deutlich höheren Sätzen – verwechsle die Prozentzahlen nicht, wenn du online vergleichst. Den aktuellen Stand und die genauen Bedingungen prüfst du am besten direkt beim BAFA, da sich Fördersätze innerhalb eines Jahres ändern können.

Wer die Fenster im Rahmen einer größeren Fassadensanierung ohnehin plant, sollte beides zusammen beantragen – getrennte Anträge für zusammenhängende Maßnahmen bringen keinen Vorteil, nur mehr Papierkram.

Was NICHT funktioniert

Checkliste vor dem Fenstertausch

Fazit

Neue Fenster sind eine der Investitionen, die sich doppelt auszahlen – weniger Zugluft und Heizkosten sofort, ein besserer Energieausweis auf lange Sicht. Vergleiche Angebote nicht nur nach Preis, sondern auch nach ausgewiesenem U-Wert, beantrage die Förderung rechtzeitig, und plane den Fenstertausch nach Möglichkeit zusammen mit anderen Sanierungsmaßnahmen an der Fassade.

Häufige Fragen

Muss ich beim Fenstertausch bestimmte Werte einhalten?
Ja. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für ausgetauschte Fenster einen maximalen U-Wert von 1,3 W/(m²K) vor – unabhängig davon, ob du gleichzeitig sanierst oder nur die Fenster tauschst. Ein einfaches 2-fach-Fenster von der Stange erreicht das nicht immer, ein Fachbetrieb muss die Werte im Angebot ausweisen.
Kunststoff, Holz oder Aluminium – was lohnt sich?
Kunststoff ist am günstigsten und pflegeleicht, hält aber optisch weniger her. Holz sieht hochwertiger aus, braucht aber Pflege. Aluminium ist am langlebigsten und wartungsärmsten, aber auch am teuersten. Holz-Alu kombiniert Optik innen mit Wetterfestigkeit außen – zum entsprechenden Preis.
Wie lange dauert der Einbau eines Fensters?
Pro Fenster meist 1–2 Stunden reiner Austausch, bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 10–15 Fenstern also ein bis zwei Arbeitstage für den gesamten Tausch, je nach Team-Größe.
Sind die Einbaukosten steuerlich absetzbar?
Ja, die Lohnkosten für den Einbau zählen als Handwerkerleistung nach §35a EStG – 20 % der Arbeitskosten, maximal 1.200 € Steuerersparnis pro Jahr. Die Fördermittel und die Steuerermäßigung darfst du allerdings nicht für dieselben Kosten doppelt in Anspruch nehmen.
🔧

Wie viel Steuern kannst du durch Handwerkerleistungen sparen? §35a EStG berechnen.

Zum Handwerkerbonus-Rechner →